Abwasser und Regenwasser – deshalb müssen sie getrennt gehalten werden

Abwasser und Regenwasser – deshalb müssen sie getrennt gehalten werden

Wenn du die Toilette spülst, Geschirr abwäschst oder duschst, entsteht Abwasser. Wenn es regnet, fließt Wasser von Dächern, Straßen und Terrassen als Regenwasser ab. Obwohl beide Wasserarten in die Kanalisation gelangen können, sind sie sehr unterschiedlich – und es ist wichtig, sie getrennt zu halten. Das ist entscheidend für Umwelt, Wirtschaft und den Schutz vor Überschwemmungen.
Was ist der Unterschied zwischen Abwasser und Regenwasser?
Abwasser ist das gebrauchte Wasser aus Haushalt, Küche, Bad, Waschmaschine und Toilette. Es enthält Seifenreste, Fette, Bakterien und Chemikalien, die in einer Kläranlage gründlich gereinigt werden müssen, bevor das Wasser wieder in den natürlichen Kreislauf gelangt.
Regenwasser dagegen ist zunächst relativ sauber, wenn es vom Himmel fällt. Doch sobald es über Dächer, Straßen oder Parkplätze fließt, nimmt es Schmutz, Laub und Ölreste auf. Es muss daher anders behandelt werden als Abwasser, benötigt aber keine aufwendige Reinigung.
Wenn beide Wasserarten in einem gemeinsamen Kanalnetz gesammelt werden, muss das gesamte Wasser wie Abwasser behandelt werden – auch das Regenwasser. Das überlastet die Kläranlagen und erhöht das Risiko von Überläufen, bei denen ungeklärtes Wasser in Flüsse oder Seen gelangt.
Warum die Trennung so wichtig ist
Es gibt mehrere gute Gründe, warum Städte und Gemeinden in Deutschland zunehmend auf getrennte Systeme setzen:
- Entlastung der Kanalisation – Wenn Regenwasser separat abgeleitet wird, bleiben die Abwasserrohre bei Starkregen funktionsfähig.
- Effizientere Reinigung – Kläranlagen können gezielter arbeiten, wenn sie nur das eigentliche Abwasser behandeln müssen.
- Schutz vor Überschwemmungen – Bei Starkregen kann ein Mischsystem schnell überlastet sein, was zu Rückstau in Kellern und auf Straßen führt.
- Umweltschutz – Weniger Überläufe bedeuten saubere Gewässer und weniger Schadstoffe in der Natur.
Kurz gesagt: Wenn Abwasser und Regenwasser getrennt werden, funktioniert das gesamte System besser – technisch, ökologisch und wirtschaftlich.
Trennsysteme in der Praxis
In vielen älteren Stadtteilen gibt es noch Mischkanalisation, bei der Regen- und Abwasser gemeinsam abgeleitet werden. Neuere Baugebiete werden dagegen mit Trennsystemen ausgestattet:
- Ein Kanal für Abwasser, das zur Kläranlage geleitet wird.
- Ein separater Kanal für Regenwasser, das in Rückhaltebecken, Gräben oder Versickerungsanlagen gelangt.
Wenn ein Gebiet auf ein Trennsystem umgestellt wird, müssen Hausbesitzer oft ihre privaten Leitungen anpassen. Das kann zunächst aufwendig erscheinen, ist aber eine Investition in die Zukunft – für den Werterhalt der Immobilie und für den Umweltschutz.
Was Hausbesitzer selbst tun können
Auch Privatpersonen können zur besseren Regenwasserbewirtschaftung beitragen:
- Regenwasser versickern lassen – zum Beispiel über Rigolen, Mulden oder durchlässige Pflasterflächen.
- Regenwasser sammeln – etwa in Regentonnen zur Gartenbewässerung. Das spart Trinkwasser und Kosten.
- Abläufe prüfen – sicherstellen, dass Dachrinnen und Fallrohre nicht in die Abwasserleitung führen.
- Kommunale Vorgaben beachten – bei Umstellungen auf Trennsysteme ist der korrekte Anschluss entscheidend.
Wer Regenwasser auf dem eigenen Grundstück sinnvoll nutzt oder versickern lässt, entlastet die Kanalisation und hilft, Überschwemmungen zu vermeiden.
Blick in die Zukunft
Der Klimawandel bringt mehr und heftigere Regenfälle mit sich. Deshalb wird die getrennte Behandlung von Regen- und Abwasser immer wichtiger. Viele deutsche Kommunen setzen bereits auf Klimaanpassung und Schwammstadt-Konzepte, bei denen Regenwasser als Ressource genutzt wird – für Grünflächen, Teiche und stadtnahe Erholungsräume.
Die Trennung von Abwasser und Regenwasser ist also nicht nur eine technische Maßnahme, sondern Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Es geht darum, Wasser klug zu nutzen – und unsere Städte und die Natur widerstandsfähiger zu machen.













